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Ein immer noch unerschöpfliches Thema für Schwaben und vor allem für Zugezogene ist die schwäbische Kehrwoche, diese typisch schwäbische Erfindung aus Nachbarschaftsbespitzelei und puritanischen Reinlichkeitsritualen.
Aber schauen wir uns einfach mal die Fakten an:
Die öffentliche Kehrwoche wurde schon 1988 zu Zeiten des legendären Manfred Rommel "entschärft", in dem die Reinigung nur noch bei wirklichem Bedarf stattfinden muss.
Davor war es noch Pflicht, während der Kehrwoche z.B. auch einen blitzsauberen Gehweg nochmals zu fegen!
Die Pflicht wurde also formal aufgehoben, praktisch ist sie aber nie verschwunden.
In den meisten Mietshäusern ohne Hausmeisterservice lebt die Kehrwoche bis heute munter fort und wird über den Mietvertrag geregelt.
Ein emotionales Erbe also, das tiefer sitzt als jedes Gesetz, eine gesetzliche Kehrwochenpflicht besteht nämlich wirklich nicht mehr.
Viele nehmen an, die Kehrwochenpflicht sei quasi ein Gewohnheitsrechts - das ist aber falsch.
Die Haftung für die Sauberkeit und Schneefreiheit von Zugangswegen und Gehweg liegt nämlich beim Grundstückseigentümer, aber die Ausführung der Arbeiten kann vertraglich auf einen Hausmeister oder auf die Mieter übertragen werden.
Man muss unterscheiden zwischen der Kehrwoche im öffentlichen Bereich, wie z.B. der Gehweg vor dem Haus - und der Kehrwoche im Haus.
Zudem gibt es die "kleine Kehrwoche", die das Putzen des Flurs und des Treppenhauses zwischen den Wohnungen auf einem Stockwerk regelt und die "große Kehrwoche", die auch Reinigen von Gemeinschaftsflächen wie z. B. der Waschküche, Kellerfenstern oder Mülltonnen umfasst.
In größeren Objekten ist die Kehrwoche fast immer an einen Hausmeisterservice ausgelagert, was vor allem im Winter sehr viel stressfreier ist, aber sich natürlich auch in den Nebenkosten niederschlägt.
Insgesamt wird die vereinbarte Kehrwochenpflicht nicht mehr so verbissen gesehen, Ausnahmen gibt es aber immer. Gerade ältere Mitbürger können da zu ganz großer Form auflaufen und die Mitbewohner entsprechend drangsalieren.
Daher wundert nicht, wenn man im Internet früher unzählige Texte geplagter Mitbürger zum Thema Kehrwoche fand oder noch findet, viele davon habe ich auf den folgenden Seiten zusammengetragen, vor allem auch weil die Originaltexte leider nicht mehr verfügbar sind.
Es wäre schade, wenn diese Perlen für immer verloren wären, aber urteilen Sie selbst!
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