schwäbisch schwätza
schwäbisch zom ahöra
Version 2021

Schwäbisches Wörterbuch

   

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Ton
Schwäbisch
Deutsch
 

A Häfale

Essen&Trinken

Ein kleiner Topf, Nachttopf

Gloine Kendr seddzd mr gern aufs Häfale, damidd se's Gschäfdle lernad.

 

Arbeitsmoral

Witz

"Woisch Du, was i em Gschäfd am meischda hass? Wenn dr Scheff achd Schdond vor Feierobad no midd Gschäfd drherkommd!"

 

Niemals zuviel bezahlen, damit keiner an einem etwas verdient!

 

Eine mühsame, wenig einträgliche Arbeit

 

Bei dem muss die Frau nicht zur Arbeit eilen, er weckt sie rechtzeitig auf.

 

Das ist kein Segen drauf - wörtl.: Dieses Geschäft hat der Teufel gesehen

 

Das ist eine ziemliche Fitzelarbeit

 

Das geht leicht von der Hand - wörtl.: Das ist ein Geschäft wie das Katzenzeugen

 

Zur Arbeit gehen

Geischdweis rausschwäddza

Eigenheit

Treffen sich zwei Schwaben auf dem Markt, beim Einkaufen, im Garten oder sonst wo, wünschen sie sich in den seltensten Fällen den üblichen 'Guten Tag'.

Stattdessen werden sofort hirnlose Gemeinplätze ausgetauscht, z.B. 'So, au em Einkaufa' oder 'So, au am schaffa' oder als Krönung 'So, au do?'.

Selbst bei einem Zusammentreffen beim sonntäglichen Spaziergang darf nie der Eindruck von Müßiggang entstehen, also sagt man 'So, wiedr amol nacham rechda gugga, ha?' oder noch besser 'I hanns arg pressand, i muss heid nomol ens Gschäfd'.

Wichtig ist vor allem, den Eindruck der Geschäftigkeit zu erwecken und dann vor einer möglichen Antwort das Weite zu suchen.

In diesen Zusammenhang passt vielleicht auch noch das Vorurteil, dass schwäbische Ehemänner am Hochzeitstag nur vier Worte benötigen: 'Ja scho' in der Kirche, 'Sodale' vor dem Mittagessen und 'Eddzad' wenn er abends die Hosenträger abstreift.

Geschäftsidee

Witz

"Warom hängsch denn so da Riasl na?" - "Mei Gschäfd isch scho noch 4 Wocha Pleide ganga!" - "Was hosch denn gmachd?" - "An Brennholzvrleih.."

 

Gibt es noch etwas zu tun für mich?

Ha freile, emmr!

 

wenig einträgliche Arbeit

 

Unnütze Arbeit

 

Ich gehe zur Arbeit

 

Ich zum Arbeiten ins Büro

Letzter Wille

Witz

Der Patriarch liegt im Sterben: "Senn ihr älle do?" - "Ja Vaddr!" - "Au dr Hans?" - "Ha freile!" - "Au mei Annale?" - "Älle senn do, Vaddr!" - "Ja om Hemmls Willa, wer isch no em Gschäfd!?"

 

s'Gschäfd

Schwenglisch

business

 

Das dürfen nur Schwaben sagen! - wörtl.: Die Arbeit sollte abgeschafft werden, damit man Zeit hat, für eine vernünftige Arbeit

Sau, Saugladd und Sau Dande

Eigenheit

Der Schwabe mag die Sau gerne auf seinem Teller in mannigfacher Zubereitung. Aber er mag die 'Sau' auch vor, mitten oder am Ende von Worten, aber der Reihe nach.

Transitiv oder nicht transitiv macht den Unterschied: 'Hosch recht gsauad!' ist etwas völlig anderes als 'Bisch rechd gsauad?'.

Die erste Fassung ist die Feststellung, man hätte wohl einen rechten Schweinestall angerichtet, also alles total versaut und durcheinandergebracht.
Während die zweite Form die Frage enthält, ob man sehr hat rennen müssen.

'Sauen' ist die schwäbische Form des 'Schnell-Laufens', der 100 Meter-Lauf müsste hierzulande also eigentlich 'Honderd-Medr-Saua' heißen.

Mit den Worten 'Sau, Dande, sau!' gibt man seiner geliebten Tante keineswegs böse Widerworte, sondern ermuntert sie zu rascherer Gangart, zum Beispiel um den Bus noch zu erwischen.

Was wäre der Schwabe ohne die 'Sau' als Vorsilbe? 'Ha, do däd´r saubleed doschdanda!'.

Die 'Sau' vorne dran steigert den Wert des folgenden: Saudackel, Saukerle, Saumensch, Saubua, Saukopf, aber auch saugut, sauschlecht, saudumm, sauglatt, saumäßig. Saumäßig wird neuerdings auch durch 'wia d'Sau' ersetzt, was 'i saumäßig luschdig find'.

Auch in Verben findet sich die 'Sau'. 'Deand ihr sauhondla?' werden kleine Kinder gefragt, die sich gerade von oben bis unten mit Dreck beschmieren. Handelt es sich dabei um Schweinemist, kommt unweigerlich die Feststellung 'Ihr saualad scho saumäßig, ab in d´Wann, ihr Sauburschd!'.

Wenn ein Bäcker Preiserhöhungen wagt und dadurch eine Brezel 'saudeir wird', dann schlägt mancher Kunde einen 'Saugrach'. Auch wenn der wackere Bäcker seine Entscheidung mit den Worten 'Breddzl-Macha isch fei a Saugschäfd' verteidigt, ist ganz klar: 'bei deam Sauhond kaufad mir nemme'.

Schließlich haben wir eine 'Sauwuad em Ranza.'


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