Die weibliche Stimme
Gesprochene Sprache hat mich schon immer beschäftigt, als Kind habe ich Dialekte nachgeahmt und bin selbst sozusagen zweisprachig aufgewachsen – mit Schwäbisch und Hochdeutsch.
Aufgewachsen auf der Schwäbischen Alb (on top, nicht "am Fuße" oder "am Rande"), wo die Winter rau sind und die Menschen manchmal auch, wo man ohne Auto nicht weit kommt und wo der Dialekt wie ein Kulturgut über Generationen weitergegeben und somit erhalten wird – noch – zog es mich ins Herz von "The Länd", in die Region Stuttgart.
Dort schloss ich mein Germanistik-Studium ab und kam zu einer meiner heutigen Tätigkeiten: dem Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache.
Dabei geht es mir nicht nur um Satzbau, Rechtschreibung und die Frage, ob ein Komma wirklich dort hingehört (meistens ja – aber manchmal auch nicht), sondern die Vielfalt unserer Sprache, ganz besonders der Vielfalt von Dialekten, die sich teilweise schon von einem zum andern Nachbarort unterscheiden.
Im Dialekt stecken Geschichten, Traditionen und Lebensweisen. Er verbindet Menschen, schafft Identität und gibt Regionen, Orten und Gemeinschaften ihre eigene Stimme. Denn oft erkennt man schon an wenigen Worten, wo jemand zu Hause ist.
Gerade deshalb ist es mir wichtig, dass Dialekte erhalten bleiben: weil sprachliche Vielfalt unsere Welt bunter macht. Hochdeutsch und Dialekt stehen dabei nicht im Gegensatz zueinander - sie ergänzen sich. Wer Dialekt spricht, verliert nichts, sondern gewinnt eine zusätzliche Facette seiner Sprache und seiner Herkunft.
Meine Begeisterung für Dialekte begleitet mich deshalb nicht nur im Unterricht, sondern auch in meiner Freizeit.
Und sie darf auch mit auf die Bühne: Mit meiner Kunstfigur "d’Liesl von dr Alb" bringe ich das Schwäbische in die Bütt – mit Geschichten aus dem Alltag, einem Blick auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land und natürlich mit der Überzeugung, dass ein Dialekt am besten dort aufgehoben ist, wo er hingehört: mitten unter den Menschen.
Die männliche Stimme
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