schwäbisch schwätza
Auch zum anhören!

Schwäbische Unlogik IV

1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11  


Diese beiden Gedichte habe ich im Internet gefunden (und etwas in Form gebracht), beide verdeutlichen sehr gut, wie speziell Schwäbisch sein kann:





Dafür des hoißt drfier
umgekehrt ist hendrschefier,
Vorbereiten hoißt norichda,
Nicht notwendig hoißt
ha des hedd’s nedd brichda.
Breedla das sind Gutsle,
Fallen hoißt nahagla,
und überschlagen iberbuzzla,
Bekommen hoißt griaga,
Treppen send Schdiaga,
knien hoißt gnuila,
Kiesel send Schdoila,
Heenig ist futsch
Der Roller ist a Radelruddsch
Oimedds das ist irgendwo
beim weggehen do laufsch drvo,
Maulen hoißt goscha oder bäffa
des wird mr au no derfa
Mund hoißt Raffl oder Gosch,
Hast du's hoißt hosches oder hosch,
Gehen wir hoißt gemmr oder gangmr
Gib her hoißt gib mr oder lang mr
Lutschen hoißt schloddza, oder zulla,
zoddzla, oder schnulla
Flink sein hoißt wußla oder wußelig!
Unachtsam des ist schusslig,
Gell des war jeddz nedd so schwer
des lernd mr hald so nebaher.





Wer hierzuland net Schwäbisch ko,
der isch scho zimmlich bschissa dro!
Denn Schwäbisch isch halt doch sehr oiga,
Das wird ons des Gedichtle zoiga.
Afanga duad des glei recht schee:
Denn aus WC wird hier Abee!
Statt Knabe segd mr bei ons Buale,
schafft oinr viel, no duad’r wuala!
Steine hoißad bei ons Schdoinr,
ond zu Knochen segd mr Boinr.
Zum Trotz isch hierzuland midd Fleiß
und Rheumatismus Reißmadeiß!
Hausschuhe send beim Schwoba Däbbr,
ond jedermann isch bei uns äbbr!
Huckepack hoißt Buckelranza,
ein Streuner duad hier oifach schwanza!
Ein Fetzen isch bei ons a Flärra,
ond statt weinen sagd mr blärra!
Grantig brummeln nennt mr bruddla,
ond schlampig schaffen hoißt mr hudla!
Aus einer Henne wird die Glucke,
und ein Verrückter isch meschugge!
Böse dreinschaun hoißt mr glotza,
und lutschen isch so viel wia schlotza.
Ein Wundschorf nennad mir a Ruf,
aus Sicherheitsnadel wird a Gluf.
Wenn Kinder tollen, segd mr buabla,
zum Nase bohren Zenga grubla!
Beeilen heißt hier nore macha,
ond Hunde dean oft Gschäfdla macha!
Verstecken spielen hoißt verschlupfa,
ond anstatt heba duad mr lupfa.
Wenn der Moscht gärt, wird'r räs,
und aus dem Quark Luggeleskäs!
Kartoffel isch bei ons d'Äbbier,
ond Schmierfett hoißt mr Wagaschmier!
Statt bremsa duad mr berab migga,
ond Friederike isch oifach d’Ricka!
Ein keifendes Weib wird zur Bäffzg,
und eine Wespe isch a Wefzg!
Rälling hoißad d’Männer-Katza,
statt abbrechen hoißt es fatza.
Kruscht des isch a alts Gerümpel,
und ein Dummkopf isch an Simbl!
Badscha isch a langer Tratsch,
ond aus’am Händedruck wird Baddsch!
Schmeicheln hoißt bei ons fladdiera
und jeden achten: äschtimiera!
Statt: Festhalta! sagd mr bessr: Heb!
aus Alte Jungfer wird Zibeb!
Aus Hetzjagd wird bei ons a Rätz
und aus Gerede Läddagschwätz!
Wer häufig ausgeht, schwidisiert,
wer auf was reinfällt isch bitschiert!
An Mensch mit Dickkopf der isch stärch,
ein Überdrehter iebrzwerch!
Ein Flicken, isch bei ons an Blätz,
wenns’s Scheiße lauft, no isch des lätz!
Krebsla hoißt so viel wie steiga,
Holz aufschichten hoißt mr beiga.
Ein Babyfläschchen isch an Schobba,
und statt rülpsen sagd mr kobba.
Das soll’s für heut’ gewesen sein,
mehr passt auf erste Mal nicht rein!



1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11  

Dialekte sind das Gedächtnis einer Region, jede Heimat hat immer auch eine Sprache.
Schwäbisch besticht durch seine Wortgewalt und Nuancen, die das Hochdeutsche meist nicht abbilden kann.
Da immer weniger Menschen im Alltag Schwäbisch schwätzen, gibt es schon seit vielen Jahren diese Website.
Als digitales Archiv gegen das Vergessen und für den Erhalt unseres wertvollen schwäbischen Kulturguts.
Für Sie, für mich und für alle, die nach uns kommen.

StartseiteNach obenImpressumDatenschutz

Icons by Icons8