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Schwäbisches Wörterbuch


Umfrage: Wer schwätzte im Wahlkampf am besten 'Schwäbisch'? - ( Umfragen-Archiv )
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Schwäbisch
Deutsch

Das Glockengeläute am Abend

Obadlied uff Schwäbisch

Abendlied


Dr Mond isch hell uffganga,
dia Sternla deand scho pranga,
am Himmel hell ond glar.
Dr Wald isch schwarz ond schweigad,
ond aus de Wiesla steigad
dr Nebel weiß wia’s Ähna Hoor.

Wie isch dia Welt so still,
als wär ällas Goddes Will’,
so traulich ond so fei!
Als wär die Welt a Schdiable,
a richdig gmiadlichs Griable,
wo mr dahoim ko sei.

Siehsch do dr Mond rumhanga?
Bloß halb, ond doch uffganga,
rond isch’r trotzdem no;
So isch’s hald oft em Leba,
dass d’Seggl drieber reda,
was neamrds seha ko.

Mir schdolze Menschakendr
senn ofd bloß arme Sendr,
ond wissad gar ned viel,
Mir send oft blind ond irrad
ond dabbad ond verwirrad
ond kommad nia ans Ziel.

Herr, laß ons auf de baua,
Auf nix, was gohd, vrtraua,
Net iebr Scheißdreck freia!
Laß ons ganz oifach werda,
Ond hier uff onsra Erda
Wia Kender guad gedeia!

Ond wenn’s isch soweit komma,
dass Du ons s’Leba gnomma,
no mach koi großas Gschiss;
lass ons sanft nausgleida,
noch doba weidrleida,
Deinr Gnad senn mir gewiss.

So leget euch, ihr Briedr,
In Gottas Noma niedr,
Draussa isch scho kalt wia d’Sau!
Verschon’ ons Gott mit Schdrofa,
Ond laß uns ganz häbig schlofa,
Ond onsern Nochbarn? Den halt au!

(Peter-Michael Mangold)


Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod,
Und wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du lieber treuer frommer Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder!
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns Gott mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen,
Und unsern kranken Nachbar auch!

(Matthias Claudius)

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obendrein, zusätzlich

Abends

Siehe auch:

Was machad Se Obads?

Kommt auch in diesen Redensarten vor:

Au scheene Däg lobd mr erschd Obads.

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obaradra

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