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Luftschnabbr ond Waldrandscheißr
Schimpfwort
So bezeichnet man auf der Schwäbischen Alb die Stuttgarter, die am Wochenende in Scharen einfallen
wörtl.: Luftschnapper und Waldrandscheißer

Mogen mache ich in Stuttgart einen gepflegten Schaufensterbummel

Parkuhr
Witz
In der Stuttgarter Innenstadt an der Parkuhr. Sie: "Warom fährsch’n net los, mir henn doch ällas!" - "Siehsch Du net, dass do no drei Minudda uff dera Parkuhr senn! Bei dene Preise park i des ab!"
Sach: Mehr als Besitz & Eigentum
Eigenheit
Man muss es wohl oder übel zugeben, ein "richtiger Schwabe" definiert sich fast immer über Besitz. Dieser Besitz kann sowohl materieller, als auch immaterieller Art sein, ersterer steht natürlich deutlich höher in der Gunst.
Das Wort Besitz, oder im juristischen Sinne besser das Wort Eigentum, sind jedoch im Schwäbischen nahezu ungebräuchlich und werden daher mit dem Wort "Sach" zusammengefasst.
"Sach" ist wohl eines der wichtigsten schwäbischen Begriffe und wird in unzähligen Kombinationen verwendet.
Auch heute noch kommt ein Schwabe (und nicht nur der!) eher durch Sparen, im Sinne von Geld nur mit Verstand ausgeben, zu seinem "Sach", als durch übermäßiges Risiko und kaufmännische Kraftakte.
Die "gloine Sacha" erfreuen mindestens so sehr, wie die großen. "Heid senn zwar meine Daimler-Aggzia gschdiega, abbr no meh hodds me gfreid, dass'es beim Bäggr drei Bräddzla fir zwoi Eiro gäba hodd!"
Deutet ein Schwabe auf sein schmuckes Eigentum in Stuttgarter Halbhöhenlage, dann meint "Ällas mei Sach!", festen Auges und mit stolzer Stimme gesprochen, soviel wie: "Das alles gehört mir, ist hart erarbeitet, mit Herzblut und Schweiß aufgebaut - und wird für immer meiner Familie gehören. Also Respekt bitte!".
Am Ende einer ergebnislosen verbalen Auseinandersetzung sagt man oft "I han jetz mei Sach gsagd, machad was'r wollad." und meint "Ihr kennt jetzt meine Meinung - die steht auch felsenfest und nichts bringt mich davon ab. Küsst mich doch am Buckel!"
Sehr oft hört man auch den Kommentar "Dees isch doch koi Sach nedd!", und zwar bezogen auf die aktuelle Landes- und Bundespolitik, die Personalsituation beim VfB, die Zinsen beim Tagesgeld und vieles, vieles andere - alles unhaltbare Zustände eben...
Aber man kann auch "sei Sach laufa", also zu Fuß gehen und das Auto schonen, "sich sei Sach denga", sich Gedanken machen, die nicht laut geäußert werden sollten, "sich seinr Sach sichr sei", mit gleicher Bedeutung wie im Hochdeutschen, "sei Sach beianandrbhalda", also seinen materiellen Besitz fest geordnet im Griff zu haben.
Das Wichtigste ist jedoch, dass "mr äll Daag no uffschdanda ko ond sei Sach schaffa", also gesund genug ist, die Anforderungen des Tages zu bestehen, anders gesagt: "Dass mr äll Daag no gradaus bronza ko!".
Die Arbeit und der damit verbundene Wohlstand stehen über allem, denn "dia Lieb vrgohd, abbr Sach bleibd Sach!", die Liebe vergeht, aber Besitz bleibt Besitz.
So fällt auch die Wahl des Ehepartners eher pragmatisch aus, denn "wiaschd werdad se älle, abbr Sach bleibd Sach!"
Hinter dem oft zitierten Spruch "Mir gäbad nix", steht die tiefe Erkenntnis "Mit Guadsei büssd mr ’s Sach ei", und daher sollte der gute Zweck schon ein ganz besonders guter Zweck sein, bevor ein Schwabe "sein Geldbeidl" öffnet.
"Des isch doch koi Sach nedd, wia Du mit’m Sach omgosch!", musste ich mir als Kind immer anhören, wenn mein Vater einen Blick in mein Zimmer geworfen hatte - ein "jenseids" Saustall wars, ich gebe es ja zu.
"Sach" wird auch gerne im Sinne von "Interessensphäre" benutzt:
Eine Bauersfrau empfängt empört am Abend ihren Mann: "Mo, d’Leid sagad, du hättesch ebbes mit dr Zenzi, onsrer Magd." - "Des isch mei Sach!" "Abbr d’Leid sagad au, d’Zenzi kriagd a Kendle von dir" - "Des isch ihr Sach" -"Mo, wenn des wohr isch, no gang i ens Wassr ond breng me om!" - "Des isch dei Sach."
Natürlich kennt der Schwabe auch den Diminutiv der "Sach", das "’s Sächle".
"Sächle" wird gerne genommen um Dinge weniger bedrohlich klingen zu lassen: "I han Dr a baar Sächla zom Schaffa noglegd", wird wohl in einen arbeitsamen Nachmittag ausarten und die Bemerkung einer Ehefrau "En Urlaub nemme bloß a baar Sächla mit" lässt die Anschaffung eines Autoanhängers ratsam erscheinen, denn "dia Sächla" zu verstauen wird wohl "a kiddzliche Sach", also schwierig.
Die Erkenntnis "I han jetz a ganz schees Sächle beinandr", wird das Finanzamt und spätere Erben erfreuen, während "Heid gibds bloß a baar Sächla zom Mitagessa" ein frugales Mahl erwarten lassen, was wiederum "a beese Sach isch", also ein sehr unerfreulicher Zustand.
Zum Schluss bleibt noch die Erkenntnis: "Kennd mr jeds Deng zwoimal macha, schdünds besser om älle Sacha!"
Das zu beherzigen "isch abbr Ihr Sach!"

Essen&Trinken
Sauerkraut, Sauerkohl
Sauerkraut oder Sauerkohl ist durch Milchsäuregärung konservierter Weißkohl oder Spitzkohl und ist ein fester Bestandteil der schwäbischen Küche.
Wenn ich als kleiner Junge in Heilbronn bei meinen Großeltern im Urlaub war, kamen immer im Herbst Filderbauern angetuckert und boten riesige Spitzköpfe direkt vom Hänger an. Auf einem Leiterwagen, der sorgsam mit Leintüchern ausgepolstert war, fuhr mein Opa diese Köpfe in die Krautschneiderei (so was gab es damals noch). Das klein geschnitzelte Kraut wurde anschließend zuhause mit viel Salz in große Steingut-Häfen gepresst und gärte dann wochenlang stinkend im Keller vor sich hin. Ich habe es gehasst, weil es furchtbar schmeckte. Erst später entdeckte ich, wie köstlich Sauerkraut wirklich schmecken kann.
Auf den Fildern, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart, wächst ein feinrippiger Weißkohl - das Filderkraut. Die Glanzzeit Spitzkohls ist allerdings vorbei, denn die Industrie verarbeitet mittlerweile bevorzugt feste Rundköpfe.
Auch Wilhelm Busch hat dem "Sauerkohl" diese Zeilen gewidmet:
Eben geht mit einem Teller
Witwe Bolte in den Keller,
Daß sie von dem Sauerkohle
Eine Portion sich hole,
Wofür sie besonders schwärmt,
Wenn er wieder aufgewärmt.

Schimpfwort
Spitzname der Stuttgarter
wörtl.: Treppenrutscher
In Stuttgart gibt es durch die Lage im Talkessel unzählige große und kleine Treppen, die nach oben führen. Das sind die Schdäffala...
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