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Schwäbisches Wörterbuch


Umfrage: Was verstehst Du unter "ällbodd / ällbot"? - ( Umfragen-Archiv )
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Schwäbisch
Deutsch

Glücksgefühle

Witz

"Du Bärbele, I werd Di zur gligglichschda Frau uff dr Weld macha!" - "Des isch guad, abbr a bissle werde de scho vrmissa!"

Bei Kindern: Urin, bzw. der Akt des Pinkelns

I muass a Lulu macha!

Ordnung muß sein

Witz

Im Dreifarbenhaus, es klopft an der Türe - Er: "Hallo Schätzle, i han leidr bloß 10 Eiro bei mir, was ko mr do macha?" - Sie: "Do kosch dr draußa oin selbr rondrhola!" - 10 Minuten später, es klopft wieder an der Türe - Sie: "Ja was willsch'n jetzt no?" - Er: "Zahla!"

Sach: Mehr als Besitz & Eigentum

Eigenheit

Man muss es wohl oder übel zugeben, ein "richtiger Schwabe" definiert sich fast immer über Besitz. Dieser Besitz kann sowohl materieller, als auch immaterieller Art sein, ersterer steht natürlich deutlich höher in der Gunst.

Das Wort Besitz, oder im juristischen Sinne besser das Wort Eigentum, sind jedoch im Schwäbischen nahezu ungebräuchlich und werden daher mit dem Wort "Sach" zusammengefasst.

"Sach" ist wohl eines der wichtigsten schwäbischen Begriffe und wird in unzähligen Kombinationen verwendet.

Auch heute noch kommt ein Schwabe (und nicht nur der!) eher durch Sparen, im Sinne von Geld nur mit Verstand ausgeben, zu seinem "Sach", als durch übermäßiges Risiko und kaufmännische Kraftakte.

Die "gloine Sacha" erfreuen mindestens so sehr, wie die großen. "Heid senn zwar meine Daimler-Aggzia gschdiega, abbr no meh hodds me gfreid, dass'es beim Bäggr drei Bräddzla fir zwoi Eiro gäba hodd!"

Deutet ein Schwabe auf sein schmuckes Eigentum in Stuttgarter Halbhöhenlage, dann meint "Ällas mei Sach!", festen Auges und mit stolzer Stimme gesprochen, soviel wie: "Das alles gehört mir, ist hart erarbeitet, mit Herzblut und Schweiß aufgebaut - und wird für immer meiner Familie gehören. Also Respekt bitte!".

Am Ende einer ergebnislosen verbalen Auseinandersetzung sagt man oft "I han jetz mei Sach gsagd, machad was'r wollad." und meint "Ihr kennt jetzt meine Meinung - die steht auch felsenfest und nichts bringt mich davon ab. Küsst mich doch am Buckel!"

Sehr oft hört man auch den Kommentar "Dees isch doch koi Sach nedd!", und zwar bezogen auf die aktuelle Landes- und Bundespolitik, die Personalsituation beim VfB, die Zinsen beim Tagesgeld und vieles, vieles andere - alles unhaltbare Zustände eben...

Aber man kann auch "sei Sach laufa", also zu Fuß gehen und das Auto schonen, "sich sei Sach denga", sich Gedanken machen, die nicht laut geäußert werden sollten, "sich seinr Sach sichr sei", mit gleicher Bedeutung wie im Hochdeutschen, "sei Sach beianandrbhalda", also seinen materiellen Besitz fest geordnet im Griff zu haben.

Das Wichtigste ist jedoch, dass "mr äll Daag no uffschdanda ko ond sei Sach schaffa", also gesund genug ist, die Anforderungen des Tages zu bestehen, anders gesagt: "Dass mr äll Daag no gradaus bronza ko!".

Die Arbeit und der damit verbundene Wohlstand stehen über allem, denn "dia Lieb vrgohd, abbr Sach bleibd Sach!", die Liebe vergeht, aber Besitz bleibt Besitz.

So fällt auch die Wahl des Ehepartners eher pragmatisch aus, denn "wiaschd werdad se älle, abbr Sach bleibd Sach!"

Hinter dem oft zitierten Spruch "Mir gäbad nix", steht die tiefe Erkenntnis "Mit Guadsei büssd mr ’s Sach ei", und daher sollte der gute Zweck schon ein ganz besonders guter Zweck sein, bevor ein Schwabe "sein Geldbeidl" öffnet.

"Des isch doch koi Sach nedd, wia Du mit’m Sach omgosch!", musste ich mir als Kind immer anhören, wenn mein Vater einen Blick in mein Zimmer geworfen hatte - ein "jenseids" Saustall wars, ich gebe es ja zu.

"Sach" wird auch gerne im Sinne von "Interessensphäre" benutzt: Eine Bauersfrau empfängt empört am Abend ihren Mann: "Mo, d’Leid sagad, du hättesch ebbes mit dr Zenzi, onsrer Magd." - "Des isch mei Sach!" "Abbr d’Leid sagad au, d’Zenzi kriagd a Kendle von dir" - "Des isch ihr Sach" -"Mo, wenn des wohr isch, no gang i ens Wassr ond breng me om!" - "Des isch dei Sach."

Natürlich kennt der Schwabe auch den Diminutiv der "Sach", das "’s Sächle".

"Sächle" wird gerne genommen um Dinge weniger bedrohlich klingen zu lassen: "I han Dr a baar Sächla zom Schaffa noglegd", wird wohl in einen arbeitsamen Nachmittag ausarten und die Bemerkung einer Ehefrau "En Urlaub nemme bloß a baar Sächla mit" lässt die Anschaffung eines Autoanhängers ratsam erscheinen, denn "dia Sächla" zu verstauen wird wohl "a kiddzliche Sach", also schwierig.

Die Erkenntnis "I han jetz a ganz schees Sächle beinandr", wird das Finanzamt und spätere Erben erfreuen, während "Heid gibds bloß a baar Sächla zom Mitagessa" ein frugales Mahl erwarten lassen, was wiederum "a beese Sach isch", also ein sehr unerfreulicher Zustand.

Zum Schluss bleibt noch die Erkenntnis: "Kennd mr jeds Deng zwoimal macha, schdünds besser om älle Sacha!"

Das zu beherzigen "isch abbr Ihr Sach!"

Sau, Saugladd und Sau Dande

Eigenheit

Der Schwabe mag die Sau gerne auf seinem Teller in mannigfacher Zubereitung. Aber er mag die 'Sau' auch vor, mitten oder am Ende von Worten, aber der Reihe nach.

Transitiv oder nicht transitiv macht den Unterschied: 'Hosch recht gsauad!' ist etwas völlig anderes als 'Bisch rechd gsauad?'.

Die erste Fassung ist die Feststellung, man hätte wohl einen rechten Schweinestall angerichtet, also alles total versaut und durcheinandergebracht.
Während die zweite Form die Frage enthält, ob man sehr hat rennen müssen.

'Sauen' ist die schwäbische Form des 'Schnell-Laufens', der 100 Meter-Lauf müsste hierzulande also eigentlich 'Honderd-Medr-Saua' heißen.

Mit den Worten 'Sau, Dande, sau!' gibt man seiner geliebten Tante keineswegs böse Widerworte, sondern ermuntert sie zu rascherer Gangart, zum Beispiel um den Bus noch zu erwischen.

Was wäre der Schwabe ohne die 'Sau' als Vorsilbe? 'Ha, do däd’r saubleed doschdanda!'.

Die 'Sau' vorne dran steigert den Wert des folgenden: Saudackel, Saukerle, Saumensch, Saubua, Saukopf, aber auch saugut, sauschlecht, saudumm, sauglatt, saumäßig. Saumäßig wird neuerdings auch durch 'wia d’Sau' ersetzt, was 'i saumäßig luschdig find'.

Auch in Verben findet sich die 'Sau'. 'Deand ihr sauhondla?' werden kleine Kinder gefragt, die sich gerade von oben bis unten mit Dreck beschmieren. Handelt es sich dabei um Schweinemist, kommt unweigerlich die Feststellung 'Ihr saualad scho saumäßig, ab in d’Wann, ihr Sauburschd!'.

Wenn ein Bäcker Preiserhöhungen wagt und dadurch eine Brezel 'saudeir wird', dann schlägt mancher Kunde einen 'Saugrach'. Auch wenn der wackere Bäcker seine Entscheidung mit den Worten 'Breddzl-Macha isch fei a Saugschäfd' verteidigt, ist ganz klar: 'bei dem Sauhond kaufad mir nemme'.

Schließlich haben wir eine 'Sauwuad em Ranza.'

arbeiten

Wichtig: Zu "arbeiten" sagt der Schwabe "schaffa", "schaffen" ist dagegen bei ihm "macha".


Partizip Perfekt: gschaffd - gearbeitet

Konjunktiv:
I däd schaffa
Du dädsch schaffa
Er däd schaffa
Mir dädad schaffa
Ihr dädad schaffa
Sia dädad schaffa

Futur:
I werd schaffa
Du wirsch schaffa
Er wird schaffa
Mir werdad schaffa
Ihr werdad schaffa
Sia werdad schaffa



Schwäbische Schimpfworte in Reimform

Beisszang, Bachl, Bullabeissr,
Dibbl, Bruddlr, Hosascheissr,
Dralle, Dregglr, Endaglemmr,
Kraddzbürschd, Grodd ond Lällabäbbl,
Feddz ond Fonzl, Erzschlawinr,
Glufamichl, Griffelschbiddzr,
Rotzaff, Sembl, Pfennichfuchsr,
Waidag, Knaub ond Romkrakeeler,
Scheraschleifr, Scheuraburzlr,
Lalle, Schnall ond Farbaschachdl,
Hoaraff, Hornochs, Schlangafangr,
Hudel, Lahmarsch, Lugabeidl,
Siach ond Sau ond Hosascheissr
Seggl, Moschdkobbf, Subbadrialer,
Haderkatz ond Erzschlawinr,
Kaschber, Bäffzger, Babbelgosch,
Flädrawisch ond Fleggarädsch,
Ziefer, Spitz ond Hasafuass,
Vogelschaich ond Schlabbergosch,
Hurgler, Bähmull ond Bagasch,
Lausgrodd, Arsch ond Schabbfasoichr,
Schdoffl, Reff ond Drambeldier,
Drialer, Luader ond Schlawagg,
Lohle, Lahmarsch ond Hamballe,
Kachl, Grodd ond Karramensch,
Lausbua, Blonza, Lombamensch,
Bachel, Besa ond Badenzer,
Bloggoischd, Dabsagg, Bohnaschdegga,
Dreggler, Dreggsau, Erdaschlamber,
Graddzbürschd, Gsälzbär, Griffelschbiddzr,
Moschdkobbf, Plärrer, Muggamelgr,
Raffl, Rälleng, Rabblkaschbr,
Sauhond, Schendmähr, Scheuraburzler,
Häftlesmacher, Schäraschleifr,
Doigaff, Ochs ond Ärschlesschlubbfr,
Urschel, Meddz ond Schdaffelruddschr,
Schluri, Simbach, Randschdoischloddzr
Schlabbsagg, Bräglr, Hirapiggr,
Driabschbiddz, Schell ond Subbakaschbr,

No lang kennt I so weitermacha,
dr Schwob der kennt hald viele Sacha,
ond, was dia Fischkepf nia vrmuda,
mir moinads emmr blos em Guada.

Sex auf Schwäbisch

Witz

Ein Mann und eine Frau kommen zu einem Therapeuten - der fragt: "Was kann ich für Euch tun?"

ir wellad, dass Sia ons beim Sex zuaguggad!"
Der Therapeut ist etwas perplex, aber stimmt zu.
Als die beiden fertig ist, sagt der Therapeut: "Duad mr loid, abbr bei ihrm Figg war jetz nix drneba! Dass es glei glar isch, dia Sitzong koschded oinaweg 100 Euro!"
Auch im nächsten Quartal kommt das Paar, hat Sex, bezahlt die 100 EUR und geht wieder.
Nun platzt der Therapeut vor Neugier: "Jetz muass e amol äbbas ganz domms froga, was machad Sia eigendlich do?"
"Ganz oifach, sia isch verheird, do könnad mer net no, i bin au verheird, do könnad mr also au net no ond em Hotel verlangad se 200 Euro für a Zimmr. Wenn mr bei Ihne send, no hemmr boide a guade Ausred, s’koschd ons bloß 100 Euro ond von dr Krankenkass griagad mr no 63,90 Euro zrick! On da Reschd setz i als außergewehnliche Belaschdung ab!"

"Du Schätzle, was dädsch Du macha, wenn mi jemand endführd?" - "No, a Schdond mei Ruah han, no bringd er de freiwillig widdr her!"

Veränderungen

Witz

"Dia Doggders senn au nemme des, was se amol warad!", meint eine alte Frau, "Mit Achzeah han i mi emmr ganz ausziaga miassa, mit Vierzga han no bloß no d’Bruschd freimacha miassa. Ond jetz wellad se bloß no d’Zong seha!"


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