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Sachgeschichten
Witz
Eine Frau empfängt empört am Abend ihren Mann: "Mo, d’Leid sagad, du häddsch äbbas mit dr Gabi." - "Des isch mei Sach!" - "Abbr d’Leid sagad au, d’Gabi kriagd a Kendle von dir." - "Des isch ihr Sach." - "Mo, wenn des wohr isch, no gang i ens Wassr ond breng me om!" - "Des isch dei Sach."

Körper
Sex, Geschlechtsverkehr
Des hodds friar net gäba, ond wenn, dann bloß mit zuene Vorhäng ond aussenem Lichd!
Siehe auch:

Salz ond Brod machad Bagga rod!
Redensart
Sagt man, wenn jemand voller Begeisterung isst.
wörtl.: Salz und Brot machen die Wangen rot!
Sau, Saugladd und Sau Dande
Eigenheit
Der Schwabe mag die Sau gerne auf seinem Teller in mannigfacher Zubereitung. Aber er mag die 'Sau' auch vor, mitten oder am Ende von Worten, aber der Reihe nach.
Transitiv oder nicht transitiv macht den Unterschied: 'Hosch recht gsauad!' ist etwas völlig anderes als 'Bisch rechd gsauad?'.
Die erste Fassung ist die Feststellung, man hätte wohl einen rechten Schweinestall angerichtet, also alles total versaut und durcheinandergebracht.
Während die zweite Form die Frage enthält, ob man sehr hat rennen müssen.
'Sauen' ist die schwäbische Form des 'Schnell-Laufens', der 100 Meter-Lauf müsste hierzulande also eigentlich 'Honderd-Medr-Saua' heißen.
Mit den Worten 'Sau, Dande, sau!' gibt man seiner geliebten Tante keineswegs böse Widerworte, sondern ermuntert sie zu rascherer Gangart, zum Beispiel um den Bus noch zu erwischen.
Was wäre der Schwabe ohne die 'Sau' als Vorsilbe? 'Ha, do däd’r saubleed doschdanda!'.
Die 'Sau' vorne dran steigert den Wert des folgenden: Saudackel, Saukerle, Saumensch, Saubua, Saukopf, aber auch saugut, sauschlecht, saudumm, sauglatt, saumäßig. Saumäßig wird neuerdings auch durch 'wia d’Sau' ersetzt, was 'i saumäßig luschdig find'.
Auch in Verben findet sich die 'Sau'. 'Deand ihr sauhondla?' werden kleine Kinder gefragt, die sich gerade von oben bis unten mit Dreck beschmieren. Handelt es sich dabei um Schweinemist, kommt unweigerlich die Feststellung 'Ihr saualad scho saumäßig, ab in d’Wann, ihr Sauburschd!'.
Wenn ein Bäcker Preiserhöhungen wagt und dadurch eine Brezel 'saudeir wird', dann schlägt mancher Kunde einen 'Saugrach'. Auch wenn der wackere Bäcker seine Entscheidung mit den Worten 'Breddzl-Macha isch fei a Saugschäfd' verteidigt, ist ganz klar: 'bei dem Sauhond kaufad mir nemme'.
Schließlich haben wir eine 'Sauwuad em Ranza.'

Einen Tod muss man sterben, aber man kann ihn sich raussuchen!
wörtl.: Wenn man säuft, stirbt man, wenn man nicht säuft, stirbt man auch, als sauf’ ruhig!

Essen&Trinken
Sauerkraut, Sauerkohl
Sauerkraut oder Sauerkohl ist durch Milchsäuregärung konservierter Weißkohl oder Spitzkohl und ist ein fester Bestandteil der schwäbischen Küche.
Wenn ich als kleiner Junge in Heilbronn bei meinen Großeltern im Urlaub war, kamen immer im Herbst Filderbauern angetuckert und boten riesige Spitzköpfe direkt vom Hänger an. Auf einem Leiterwagen, der sorgsam mit Leintüchern ausgepolstert war, fuhr mein Opa diese Köpfe in die Krautschneiderei (so was gab es damals noch). Das klein geschnitzelte Kraut wurde anschließend zuhause mit viel Salz in große Steingut-Häfen gepresst und gärte dann wochenlang stinkend im Keller vor sich hin. Ich habe es gehasst, weil es furchtbar schmeckte. Erst später entdeckte ich, wie köstlich Sauerkraut wirklich schmecken kann.
Auf den Fildern, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart, wächst ein feinrippiger Weißkohl - das Filderkraut. Die Glanzzeit Spitzkohls ist allerdings vorbei, denn die Industrie verarbeitet mittlerweile bevorzugt feste Rundköpfe.
Auch Wilhelm Busch hat dem "Sauerkohl" diese Zeilen gewidmet:
Eben geht mit einem Teller
Witwe Bolte in den Keller,
Daß sie von dem Sauerkohle
Eine Portion sich hole,
Wofür sie besonders schwärmt,
Wenn er wieder aufgewärmt.

Die Arbeit könnte so schön sein, wenn sie nicht so eine Arbeit wäre.
Schaffa, schaffa, Häusle baua
Eigenheit
Ein Schwabe arbeitet nicht: er schafft: Beim Daimler, em Garda oder wia d’Sau, Hauptsache: er schafft.
Nur wenn das 'Schaffa a Gschäfd wurd', dann stöhnt man: 'Isch dees a Arbad!'.
Wo man in Norddeutschland erst arbeitet und dann geschafft ist, wird hierzulande erst gschafft, und wenn man dann gschafft hat, ist man hee, oder sogar 'halbe hee', also schlagskaputt.
Für die Arbeit im herkömmlichen Sinne haben die Schwaben ein anderes Substantiv, das von schaffen kommt: das Gschäft. Nicht zu verwechseln mit dem Gschäft im Sinne von Laden oder Profit.
So pflegte ich morgens auch nicht 'ins Büro' zu gehen, sondern 'ens Gschäft'.
Denn jedes Schwabenkind hat schon früh die Erkenntnis, dass der, der das das Gschäft hat, selten auch das Gschäft macht und man sagt daher: 'Vom Schaffa wird koinr reich.'
Aber wegen des Geldes schafft der Schwabe ja nicht, sondern weil es sich so gehört, weil es halt alle so machen.
Eine schlechte Arbeit tadelt man mit 'Dees isch doch koi Ärbad net!' und wer die Arbeit nicht erfunden hat, 'der hodd koin Schaffgoischd.', 'isch hald net schaffig.'
Größtes Kompliment für eine schwäbische Hausfrau ist denn auch nicht ein Lob wie 'Dia siehd jo sauguad aus!', sondern 'Ha dui ko schaffa!'
Und über eine Frau, die so gar keinen Zugang zur Arbeit findet, urteilt man hart: 'Dui macht am Bedd meh hee, als Goddes Wille isch.'

Stöckchen, kleiner Stock
Mei Hond freid sich, wenn em a Schdeggle wirf.
Siehe auch:

Gartengrundstück
Wenn meim Vaddr ällas zviel worda isch, no isch'er hald uff sei Stiggle ganga.
Siehe auch:
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