schwäbisch schwätzaschwäbisch schwätza
Auch zum anhören!

Schwäbisches Wörterbuch


Umfrage: Was verstehst Du unter "ällbodd / ällbot"? - ( Umfragen-Archiv )
Manchmal( 26 ) Regelmäßig( 33 ) Häufig( 98 )
Treffer: 10.505 von 13.150
«986987988989»
Schwäbisch
Deutsch

Gab es noch in meiner Kindheit in Glasflaschen mit rotem(?) Deckel - War gestandene (gestockte) Milch und schmeckt im Sommer herrlich frisch

Sauerkraut, Sauerkohl

Sauerkraut oder Sauerkohl ist durch Milchsäuregärung konservierter Weißkohl oder Spitzkohl und ist ein fester Bestandteil der schwäbischen Küche.

Wenn ich als kleiner Junge in Heilbronn bei meinen Großeltern im Urlaub war, kamen immer im Herbst Filderbauern angetuckert und boten riesige Spitzköpfe direkt vom Hänger an. Auf einem Leiterwagen, der sorgsam mit Leintüchern ausgepolstert war, fuhr mein Opa diese Köpfe in die Krautschneiderei (so was gab es damals noch). Das klein geschnitzelte Kraut wurde anschließend zuhause mit viel Salz in große Steingut-Häfen gepresst und gärte dann wochenlang stinkend im Keller vor sich hin. Ich habe es gehasst, weil es furchtbar schmeckte. Erst später entdeckte ich, wie köstlich Sauerkraut wirklich schmecken kann.

Auf den Fildern, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart, wächst ein feinrippiger Weißkohl - das Filderkraut. Die Glanzzeit Spitzkohls ist allerdings vorbei, denn die Industrie verarbeitet mittlerweile bevorzugt feste Rundköpfe.

Auch Wilhelm Busch hat dem "Sauerkohl" diese Zeilen gewidmet:
Eben geht mit einem Teller
Witwe Bolte in den Keller,
Daß sie von dem Sauerkohle
Eine Portion sich hole,
Wofür sie besonders schwärmt,
Wenn er wieder aufgewärmt.

klappern

Partizip Perfekt: gschäbbarad - geklappert

Konjunktiv:
I däd schäbbara
Du dädsch schäbbara
Er däd schäbbara
Mir dädad schäbbara
Ihr dädad schäbbara
Sia dädad schäbbara

Futur:
I werd schäbbara
Du wirsch schäbbara
Er wird schäbbara
Mir werdad schäbbara
Ihr werdad schäbbara
Sia werdad schäbbara



schief, schräg, krumm

Hock doch net so schäbbs uff dem Schduahl!

Handel treiben, verschachern, feilschen

Partizip Perfekt: gschacherd - verschachert

Konjunktiv:
I däd schachara
Du dädsch schachara
Er däd schachara
Mir dädad schachara
Ihr dädad schachara
Sia dädad schachara

Futur:
I werd schachara
Du wirsch schachara
Er wird schachara
Mir werdad schachara
Ihr werdad schachara
Sia werdad schachara



arbeiten

Partizip Perfekt: gschaffd - gearbeitet

Konjunktiv:
I däd schaffa
Du dädsch schaffa
Er däd schaffa
Mir dädad schaffa
Ihr dädad schaffa
Sia dädad schaffa

Futur:
I werd schaffa
Du wirsch schaffa
Er wird schaffa
Mir werdad schaffa
Ihr werdad schaffa
Sia werdad schaffa



Wichtig: Zu "arbeiten" sagt der Schwabe "schaffa", "schaffen" ist dagegen bei ihm "macha".

Schaffa, schaffa, Häusle baua

Ein Schwabe arbeitet nicht: er schafft: Beim Daimler, em Garda oder wia d’Sau, Hauptsache: er schafft.

Nur wenn das 'Schaffa a Gschäfd wurd', dann stöhnt man: 'Isch dees a Arbad!'.

Wo man in Norddeutschland erst arbeitet und dann geschafft ist, wird hierzulande erst gschafft, und wenn man dann gschafft hat, ist man hee, oder sogar 'halbe hee', also schlagskaputt.

Für die Arbeit im herkömmlichen Sinne haben die Schwaben ein anderes Substantiv, das von schaffen kommt: das Gschäft. Nicht zu verwechseln mit dem Gschäft im Sinne von Laden oder Profit.

So pflegte ich morgens auch nicht 'ins Büro' zu gehen, sondern 'ens Gschäft'.

Denn jedes Schwabenkind hat schon früh die Erkenntnis, dass der, der das das Gschäft hat, selten auch das Gschäft macht und man sagt daher: 'Vom Schaffa wird koinr reich.'

Aber wegen des Geldes schafft der Schwabe ja nicht, sondern weil es sich so gehört, weil es halt alle so machen.

Eine schlechte Arbeit tadelt man mit 'Dees isch doch koi Ärbad net!' und wer die Arbeit nicht erfunden hat, 'der hodd koin Schaffgoischd.', 'isch hald net schaffig.'

Größtes Kompliment für eine schwäbische Hausfrau ist denn auch nicht ein Lob wie 'Dia siehd jo sauguad aus!', sondern 'Ha dui ko schaffa!'

Und über eine Frau, die so gar keinen Zugang zur Arbeit findet, urteilt man hart: 'Dui macht am Bedd meh hee, als Goddes Wille isch.'

Arbeitskleidung

Die Hose für tägliche Arbeit

vor sich hin arbeiten

Partizip Perfekt: gschäffeld - gearbeitet

Konjunktiv:
I däd schäffla
Du dädsch schäffla
Er däd schäffla
Mir dädad schäffla
Ihr dädad schäffla
Sia dädad schäffla

Futur:
I werd schäffla
Du wirsch schäffla
Er wird schäffla
Mir werdad schäffla
Ihr werdad schäffla
Sia werdad schäffla



Siehe auch:

romschäffla


«986987988989»


© 2026 schwaebisch-schwaetza.de | Peter-Michael Mangold

StartseiteNach obenImpressumDatenschutz

Icons by Icons8