Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und viele eigene Worte. Ich habe hier mal versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen.
Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
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Sachliche Romanze - Uff Schwäbisch
Erich Kästner
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Scho guad achd Johr henn se sich kennd
(ond mr ko saga: obacha guad),
do hodd sich dia Liab vo eahne trennd,
So wia andre Leit vom Stock oddr Huat.
Se warad ganz traurig, henn luschtig do,
a baar Kissla ausdauschd, als ob nix wär,
no henn sich a’guckt, die Frau ond ihr Mo.
Am End hodd sia kheild. Sei Herz war bloß schwer.
Vom Fenschdr aus konnt mr de Schiff nochwenka.
S’ging faschd scho uff Viertl Femfe zua,
Zeit, was z’essa ond an Kaffee zom trenka.
Danäba gibd oinr uff am Klavier koi Ruah.
Sia gingad ens gloinschde Cafe am Ördle
ond ruadlad en ihre Tassa.
Am Obad hockad se emmr no do.
Ganz alloi, mr hört koi Wördle
ond boide konndad’s oifach net fassa.
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Cafe am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
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