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Mitmacher gesucht! Derzeit führt Dr. Bettina Spreng von der University of Saskatchewan (Kanada) eine Studie zum Oberschwäbischen Dialekt durch, mit einem Online-Fragebogen und Audios zum anhören und einordnen. Wenn Sie aus dem Oberschwäbischen stammen, Interesse am Dialekt und 20-30 Minuten Zeit haben, dann machen Sie bitte mit, klicken Sie dazu hier!

Gedichte in Schwäbisch neu interpretiert

Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und viele eigene Worte. Ich habe hier mal versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen. Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
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Herr von Ribbeck auf Ribbeck - Uff Schwäbisch

Theodor Fontane
🌐 WIKIPEDIA


Herr Ribbeck uff Ribbeck em Havelland,
war für sein großa Birnboom bekannd,
Ond kam no dia goldig Herbschdeszeit,
sah mr dia Bira scho von weit,
na hodd er, wenn's uff Middag ging,
da Hosasagg vollgstopft, net zu gring!

Ond kamad no Jonge, so drei oddr vier,
No schreit er von weidem : "Nehmad a Bir!"
Ond kam no a Mädle, em feina Zwirn,
"He Gloine, lang zua, i hann dr a Birn!"

So goht des Gschichdle ganz viele Jahr,
bis Ribbecks Leba am Ende war.
Scho widdr Herbscht, für Ihn wurds Zeid,
au seine Bira warad widdr so weit,
leis sagd dr Ribbeck: "I glaub, I muass nab,
legad mr bitte a Bir uff mein Grab!"

Scho drei Dag schbädr, do tragad s’en naus
aus seim midd Schdroh deggda Herrahaus,
dia Bauera ziagad a feierlichs Gsicht
ond singad: "Jesus, mei Zuvrsicht",
bloß d’Kendr heilad, em jetzad ond hier
"Warom isch er dod, wer gibt ons a Bir?"

Peter-Michael Mangold

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
ein Birnbaum in seinem Garten stand,
und kam die goldne Herbsteszeit
und die Birnen leuchteten weit und breit,
da stopfte, wenn' s Mittag vom Turme scholl,
der von Ribbeck sich beide Taschen voll.

Und kam in Pantinen ein Junge daher,
so rief er: "Junge, wiste ' ne Beer?"
Und kam ein Mädchen, so rief er: "Lütt Dirn,
kumm man röwer, ick hebb ' ne Birn."

So ging es viel Jahre, bis lobesam
der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ' s war Herbsteszeit,
wieder lachten die Birnen weit und breit,
da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."

Und drei Tage darauf aus dem Doppeldachhaus
trugen von Ribbeck sie hinaus,
alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
sangen: "Jesus meine Zuversicht",
und die Kinder klagten, das Herze schwer:
"He ist dod nu. Wer giwt uns nu ' ne Beer?"

Theodor Fontane


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