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Auch zum anhören!
12:22 - Acht vor halber Ois Wörterbuch Schwäbisch-Test Sprüche Schimpfomat Witze Eigenarten
Mitmacher gesucht! Derzeit führt Dr. Bettina Spreng von der University of Saskatchewan (Kanada) eine Studie zum Oberschwäbischen Dialekt durch, mit einem Online-Fragebogen und Audios zum anhören und einordnen. Wenn Sie aus dem Oberschwäbischen stammen, Interesse am Dialekt und 20-30 Minuten Zeit haben, dann machen Sie bitte mit, klicken Sie dazu hier!

Gedichte in Schwäbisch neu interpretiert

Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und viele eigene Worte. Ich habe hier mal versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen. Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
Gedicht-Übersicht



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An die Freude - Uff Schwäbisch

Friedrich Schiller
🌐 WIKIPEDIA


Freid, du lässch ons emmr hoffa,
Dechderle em Paradies,
Mir älle kommad halba bsoffa
En dein Templ, uff dei Wies!

Deine Zaubr fliggad wiedr,
Was dia Leit vrschnibbeld henn,
Alle Menscha werdad Briedr,
Wo deine Fliegl seelig senn!

Wem dr große Schuss isch glunga,
Oim an gscheitr Freind zom sei,
Wer a saubers Weib eronga,
Schdimm midd Freide bei ons ei!

Wer au bloß a Seele hodd,
Die ihm khört uff diesr Welt!
Ond wer bloß emmr denkt "Mr sodd"
isch an Blärrochs ond koin Held!

Freide saugd a jedes Wesa
An dr Erde ihrar Bruscht,
Alle Brave, alle Beesa,
Folgad ihrer Sinnaluscht.

Kissla gabs ond siasse Reba,
Most und Wei und guade Freind,
Selbst an Wurm derf luschdig leba,
ond d’Engel senn mit Gott vereint!

Gugg, wia seine Sonna flitza
Durch des Himmels weitn Pla’,
Laufad, Briadr, Schluss mit sitza,
Rennt als Helda eire Bah!

Peter-Michael Mangold

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.

Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!

Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur;
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.

Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott!

Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum Siegen.

Friedrich Schiller


© 2026 schwaebisch-schwaetza.de | Peter-Michael Mangold

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