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Auch zum anhören!
12:15 - Viertl Ois Wörterbuch Schwäbisch-Test Sprüche Schimpfomat Witze Eigenarten
Mitmacher gesucht! Derzeit führt Dr. Bettina Spreng von der University of Saskatchewan (Kanada) eine Studie zum Oberschwäbischen Dialekt durch, mit einem Online-Fragebogen und Audios zum anhören und einordnen. Wenn Sie aus dem Oberschwäbischen stammen, Interesse am Dialekt und 20-30 Minuten Zeit haben, dann machen Sie bitte mit, klicken Sie dazu hier!

Gedichte in Schwäbisch neu interpretiert

Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und viele eigene Worte. Ich habe hier mal versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen. Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
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Morgen, morgen, nur nicht heute! - Uff Schwäbisch

Christian Felix Weiße
🌐 WIKIPEDIA


Morga, morga, bloß net heit,
sagad emmr faule Leit, Morga!
Heit do will i oifach gruaba:
morga mach i gscheide Sacha,
werd au koine Fehlr macha,
morga werd i weidrgruabla.

Warom net heit? Morga
kannsch no andrs bsorga!
Jedr Dag, der koschd di Schwoiß.
Was bassierd isch, isch bassierd:
Nur des ischs, was me endressierd:
was i net woiß, macht me net hoiß.

Wer net weidrgohd, goht zrigg:
denn älle kurze Augablick
Ganga vora, nia hendr sich.
’S khört ällas mir, was i besitz,
jeda Schdond, dia i benütz,
di i hoff. Isch di für mi?

Jedr Dag, den mr vrgeba,
isch em Biachle vo meim Leba
nix von dem mr lesa ko,
Uff gohds! Morga, ond au heit
schdohd enna dren uff jedr Seit
ebbas, des i guad gmacht han.

Peter-Michael Mangold

Morgen, morgen, nur nicht heute!
Sprechen immer träge Leute,
Morgen! Heute will ich ruhn:
morgen jene Lehre fassen,
morgen diesen Fehler lassen,
morgen dies und jenes tun!

Und warum nicht heute? Morgen
kannst du für was anders sorgen!
Jeder Tag hat seine Pflicht.
Was geschehn ist, ist geschehen:
dies nur kann ich übersehen;
was geschehn kann, weiß ich nicht.

Wer nicht fortgeht, geht zurück;
unsre schnellen Augenblicke
gehn vor sich, nie hinter sich.
Das ist mein, was ich besitze,
diese Stunde, die ich nütze;
die ich hoff‘. Ist die für mich?

Jeder Tag, ist er vergebens,
ist im Buche meines Lebens
nichts, ein unbeschriebnes Blatt!
Wohl denn! Morgen, so wie heute,
steh‘ darin auf jeder Seite
Von mir eine gute Tat.

Christian Felix Weiße


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