Gedichte in Schwäbisch neu interpretiert
Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und eigene Worte. Ich habe versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen.
Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
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Joseph von Eichendorff
🌐 WIKIPEDIA
S’isch gwä, als hädd dr Himml,
d’Erde schdill gekisst,
dass sia em Blüdaschimmr,
vo eahm jetz träuma misst.
D’Lufd ging durch dia Feldr,
d’Ähra wogad sacht,
es rauschdad leis dia Wäldr,
so blitzblank war dia Nachd.
Ond mei Seel, dia schbannde,
weit ihr Fliegl naus,
flog durch dia schdilln Lande,
als ging es jetz nach Haus.
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
© 2026 schwaebisch-schwaetza.de | Peter-Michael Mangold
Schwäbisch besticht durch seine Wortgewalt und Nuancen, die das Hochdeutsche meist nicht abbilden kann. Da immer weniger Menschen im Alltag Schwäbisch "schwätzen", gibt es schon seit vielen Jahren diese Seiten. Als digitales Archiv gegen das Vergessen und für den Erhalt unseres wertvollen schwäbischen Kulturguts. Für Sie, für mich und für alle, die nach uns kommen.
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