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13:03 - Drei noch Ois Wörterbuch Schwäbisch-Test Sprüche Schimpfomat Witze Eigenarten
Mitmacher gesucht! Derzeit führt Dr. Bettina Spreng von der University of Saskatchewan (Kanada) eine Studie zum Oberschwäbischen Dialekt durch, mit einem Online-Fragebogen und Audios zum anhören und einordnen. Wenn Sie aus dem Oberschwäbischen stammen, Interesse am Dialekt und 20-30 Minuten Zeit haben, dann machen Sie bitte mit, klicken Sie dazu hier!

Gedichte in Schwäbisch neu interpretiert

Hochdeutsches Kulturgut kann nur selten direkt in echtes Schwäbisch übertragen werden. Schwäbisch hat einen ganz eigenen Rhythmus, einen eigenen Satzbau und viele eigene Worte. Ich habe hier mal versucht, den Spagat zwischen hochdeutschem Sinn und schwäbischem Dialekt zu wagen. Urteilen Sie selbst, Anregungen sind jederzeit willkommen!
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Der Erlkönig - Uff Schwäbisch

Johann Wolfgang von Goethe
🌐 WIKIPEDIA


Wer reit’ no so schbad em dongla Wend?
Es isch an Vaddr mit seim Kend;
er hodd den Kerle feschd em Arm,
er häldn’n sichr, er gibt em warm.

Bua, was ischs, dass de bobbra lesst?
Ja Vaddr, siesch Du den Erlkenig net?
Den Erlakenig mit Kron ond Schwanz?
Komm Bua, des isch bloß an Lichtrkranz !

"Liebs Buale, komm und gang mit mir!
An Haufa Spielzeig zoig i Dir;
wenn’d willsch, gibds au an Leberkäs,
ond von dr Muddr a goldens Häs."

Babba, Babba, hörsch Du net,
was dr Erlakenig mir hälenga sechtd?
Sei gschad, bleib ruhig, mei goldigs Kend:
En dirre Bläddr gruschdeld dr Wend.

"Biable, willsch net mit mr ganga?
Mei Dechderla schbielad au mid’r fanga,
an Sockahopf gibds no uff d’Nachd,
sia danzad ond gebad uff de acht."

Babba, Babba, gugg doch mol no
d’Erlkenigs Dechder senn fascht scho do!
Biable, Biable, i sieh’s ganz genau:
Dia alde Weida deichad hald grau.

"I han Di gern, Dei scheene Gschdald
ond machsch net midd, no gohts au mit Gwalt."
Babba, Babba, jetzt langt’r me a!
Dr Erlkenig isch an echd beesr Ma!

Dem Alda grausads, er reided wia d’Sau,
’s Kendle greint, d’ Haud scho ganz grau,
Erreichd no ’n Hof mit Miah ond Not;
em Arm sei Biable, ond des war dod.

Peter-Michael Mangold

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand,
meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
er hält in Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Mühe und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang von Goethe


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